Rechenschwäche (Dyskalkulie)

Es handelt sich nicht um klassische Mathematiknachhilfe, die entstandene Lücken im erlernten Mathematikwissen zu schließen vermag, sondern um Förderunterricht bei grundlegenden Schwierigkeiten und Defiziten, die durch fehlerhafte Vorstellungen und Denkweisen des Kindes im elementaren mathematischen Bereich entstanden sind.

Diese Hilfe ist speziell am Kind und seinen Möglichkeiten und Grenzen orientiert und findet als Einzelunterricht statt. Da die Probleme bei jedem Kind anders gewichtet sind, kann kein standardisiertes Programm dem besonderen Charakter einer „Rechenstörung“ gerecht werden.

Vorgehensweise

  • In einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern informieren wir uns über die Vorgeschichte und den konkreten Anlass, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dadurch erlangen wir wichtige Kenntnisse über die bisherige Entwicklung des Kindes, die schulische Gesamtsituation, den Umgang der Eltern mit der Lernstörung und ihre Einschätzung der Einstellung des Kindes zu den Schwierigkeiten.
  • Die Ursachen einer Rechenschwäche sind nicht eindeutig festzustellen. Vielmehr können viele Faktoren zu ihrer Entstehung beitragen. Wir klären ab, ob im Vorfeld bereits Defizite in den so genannten basalen Teilleistungen von Fachleuten festgestellt oder seitens der Schule konkrete Probleme im mathematischen Bereich beschrieben wurden. Wir interessieren uns für Hinweise über mögliche familiäre Probleme, die zur jetzigen Situation beigetragen haben können.
  • Wir testen, welche konkreten Rechenschwierigkeiten vorliegen. Wir suchen beispielsweise nach Defiziten im Raum- / Lageverständnis, bei der Mengen- und Zahlbegriffsbildung und beim Operationsverständnis.
  • Das Ergebnis der Tests wird den Eltern ausführlich erklärt. Wir geben eine konkrete Förderempfehlung, die unsere Vorgehensweise erläutert oder wir verweisen an einen integrativen Lerntherapeuten, falls wir dies für erforderlich halten.
  • Die Eltern binden wir bei der Absprache der Fördermaßnahmen mit ein, da sie nicht nur zu Beginn sondern auch fortlaufend gut informiert sein müssen. Wir zeigen dabei auf, wie das Förderprogramm auch zu Hause sinnvoll begleitet werden kann und geben den Eltern Beratung und Unterstützung.
  • Um die gesamte Situation des Kindes besser zu erfassen und möglichst schon kurzfristig zu verbessern, bieten wir eine Abstimmung der Maßnahmen mit dem Mathematiklehrer in der Schule an.

Durchführung der Fördermaßnahmen und Kosten

Der Unterricht findet einmal wöchentlich über 60 Minuten im Einzelunterricht statt. Durch die Begrenzung auf 60 Minuten bleibt die erforderliche Konzentrationsfähigkeit erhalten. Die Kinder, die oft durch ihre Probleme in der Schule und bei den Hausaufgaben schon stark belastet sind, sollen den Förderunterricht nicht als Bestrafung erleben, sondern neu motiviert werden.